Offener Brief an den Bezirksrat der March

Schulraumplanung Untermarch

Sehr geehrter Herr Bezirksammann Daniel Feusi,
Geschätzte Mitglieder des Bezirksrates

Das enorme Bevölkerungswachstum in der Region Untermarch hat in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen um die Schulraumplanung ausgelöst. Die bestehenden Schulen – sowohl jenes des Bezirkes in Lachen, aber auch der Gemeinde Lachen – stossen offensichtlich an ihre Grenzen. Lösungen werden zwar schon länger erörtert, bisher aber immer wieder hinausgeschoben. Nun ist nicht zuletzt durch den Entscheid der Genossame Lachen, sowohl dem Bezirk wie auch der Gemeinde Land im Baurecht für künftige neue Schulbauten zur Verfügung zu stellen, einiges in Bewegung geraten. Sie selber haben öffentlich angekündigt, bis Ende 2012 aufzuzeigen, wie und vor allem wo sich die MPS Lachen/Altendorf weiterentwickeln soll.

Die CVP Lachen begrüsst sehr, dass per Ende Jahr klare Perspektiven bekannt sind. Die Verzögerungen der letzten Jahre haben zu schwierigen Situationen, Verunsicherungen und wenig erfreulichen Schulprovisorien geführt. Vor allem junge Familien mit ihren Kindern haben ein Anrecht darauf, endlich zu wissen, wie die verantwortlichen Behörden planen. Die CVP Lachen hat ein grosses Interesse an einer zukunftsgerichteten und leistungsfähigen Mittelpunktschule in der Untermarch. Diese soll der räumlichen Entwicklung der letzten und der nächsten Jahre Rechnung tragen und entsprechend für Schüler und Lehrpersonen verkehrstechnisch gut und sicher erreichbar sein. Aus dieser Verantwortung heraus wenden wir uns mit einem «offenen Brief» an Sie.

Wie aus verschiedenen Verlautbarungen bekannt ist, kommen für die MPS Untermarch grundsätzlich zwei Standorte in Frage: einerseits im Gebiete «Breiten» zwischen Altendorf und Lachen sowie andererseits eine Weiterführung der heutigen Schulanlage in Lachen. Letztere Variante bietet den scheinbaren Vorteil, dass kein komplett neues Schulgebäude gebaut werden muss. Die Gemeinde Lachen würde dem Bezirk das heutige Schulgebäude am See verkaufen und Ihnen auf dem Gelände ein Baurecht für eine Weiterentwicklung einräumen. Gemäss Peter Marty, Gemeindepräsident von Lachen, ist eine Aufstockung um eine weitere Etage geplant und auch realisierbar. Zudem müssten neue Turnanlagen gebaut werden. Ob sich allerdings die Lachnerinnen und Lachner bewusst sind, dass als zusätzliche Erweiterung eine Dreifachturnhalle an Stelle des heutigen «36er-Schulhauses» gebaut werden soll, bezweifeln wir.

Es ist aus unserer Sicht höchst fraglich, ob sie dafür in einer Volksabstimmung, die unausweichlich wäre, Hand bieten. Ein allfälliger Ausbau des heutigen Sekundarschulhauses ist – bei aller Symphathie für Schulprojekte – politisch alles andere als einfach! Sie müssen im Gegenteil mit erheblichen Widerständen rechnen. Kompromisse und/oder Zwangslösungen bei der baulichen Realisierung sind absehbar. Mit der Besetzung und einem wohl notwendigen Ausbau der Schulraumflächen des Bezirks in der Zone für öffentliche Bauten in Lachen werden Überlegungen für anderweitige Nutzungen in dieser Zonenfläche verunmöglicht, und zwar längerfristig – dies übrigens am schönsten Standort der Gemeinde!

Ein weiterer Nachteil der Lösung Lachen besteht darin, dass damit die Gemeinde selber unter erheblichen Druck gerät. Für deren Schulraumplanung werden enorme bauliche Sachzwänge geschaffen. Ein zeitgemässer Ausbau für Schule und Sport am heutigen Standort bedeutet eine hohe räumliche Verdichtung an einer für Lachen sensiblen Seezone. Es ist alles andere als sicher, dass eine Mehrheit der Lachnerinnen und Lachner auf der in Aussicht gestellten Fläche beim heutigen Spielplatz und den Tennisplätzen dem Bau einer mehrgeschossigen Schulanlage zustimmen werden. Einerseits handelt es sich an direkter Lage am See um eine höchst sensible Situation, andererseits muss zuerst abgeklärt werden, welche Altlasten bei einem Bau zu beseitigen wären. Bis vor einigen Jahrzehnten lag genau in diesem Gebiet der Lachner «Güselhafen». Zudem haben sich bereits einigen Stimmen zu Wort gemeldet, die das Land auf keinen Fall im Baurecht übernehmen wollen, sondern nur einem Kauf zustimmen werden. Auch hier ist also mit erheblichen politischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung zu rechnen.

Mit dem Standort «in der Breiten» Altendorf bietet sich die Chance, an einem neuen Standort eine Schulanlage zu planen, die nach modernen Erkenntnissen und vor allem mit Blick auf die langfristigen Bedürfnisse in Angriff genommen werden kann. Hier bestehen optimale räumliche Voraussetzungen für eine bedarfgerechte Planung, notabene in einem Gebiet, das weit besser als der heutige Standort in Lachen der baulichen Entwicklung in der Region Untermarch Rechnung trägt. In der «Breiten» müssen nicht von allem Anfang an zahlreiche Kompromisse eingegangen werden. Angesichts der zu erwartenden politischen Hürde in Lachen liegt es auf der Hand, dass der Neubau einer MPS in der «Breiten» auch politisch einfacher zu realisieren ist.

Nach sorgfältiger Abwägung der aufgeführten Gründe ist die CVP Lachen überzeugt, dass der Neubau einer MPS im Gebiet «Breiten» im Vergleich zur Weiterführung der Sekundarschule in Lachen erhebliche Vorteile bietet. Damit wären sowohl der Bezirk March wie auch die Gemeinde Lachen frei, sich in ihrer Schulraumplanung ohne Zwang und Kompromisse zu entwickeln. Die Entflechtung von zwei voneinander unabhängigen Ausbildungsstandorten ist die einzig richtige Lösung für die Zukunft. Die CVP Lachen bittet Sie, geschätzter Bezirksrat, diese Überlegungen bei Ihrer Entscheidfindung zu berücksichtigen.

Für konstruktive Gespräche stehen wir Ihnen selbstverständlich immer gerne zur Verfügung.

Der Vorstand der CVP Lachen


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